Disziplin Feldbogen

Vorbemerkungen

Die Bogendisziplin Feldbogen ist neben 3D die abwechslungsreichste Variante des Bogensports. Der Ablauf der beiden Disziplinen ist in einigen Teilen ähnlich. Aber es gibt auch elementare Unterschiede, sodass der Schütze nicht umhinkommt sich mit dem Regelwerk auseinander zu setzen, will er nicht riskieren den ein oder anderen Pfeil nicht gewertet zu bekommen.

Um den Einsteig zu erleichtern hier die wichtigsten Informationen aus dem Regelwerk der World Archery (WA) und dem Deutschen Schützenbund (DSB) mit teilweisen wörtlichen Auszügen aus der Sportordnung Bogen des DSB.

Allgemeines

Eine Feldbogenrunde besteht aus 72 Pfeilen. Jeweils 3 Pfeile pro Scheibe. Also 24 Scheiben. Sobald der Schütze am Abschuss-Pflock steht, hat er 3 Minuten Zeit seine Passe (3 Pfeile) zu schießen.

Die Scheiben sind auf einem Kurs im Gelände möglichst interessant (bergauf/bergab) angeordnet. 12 Scheiben werden auf unbekannte Entfernungen und 12 Scheiben auf bekannte Entfernungen geschossen. Es kann dabei auch ein Kurs mit 12 Scheiben zweimal durchlaufen werden. Zuerst auf unbekannte Entfernungen, dann auf bekannte Entfernungen.

Maximal 4, mindestens 3 Schützen, befinden sich auf einer Scheibe. In der Regel schießen immer zwei davon, einer rechts und einer links vom Abschusspflock stehend, gleichzeitig. Es darf in einem maximalen Abstand von 1 Meter neben oder hinter dem Pflock (nicht davor) geschossen werden.

Die Schützen auf jeder Scheibe schießen nach ihren Startbuchstaben abwechselnd. Zuerst die Schützen AB, dann CD. An der nächsten Scheibe dann CD zuerst, dann AB. A und C stehen hierbei immer links vom Pflock. B und D immer rechts vom Pflock.

Es kommen 4 verschiedene Auflagenvarianten zum Einsatz. Der 3-er Spot (20cm), die 40er Auflage (40cm) die 60er Auflage (60cm) und die 80er Auflage (80cm). Der Zählbereich (Ringe) geht von 1 bis 6. Es wird immer doppelt geschreiben. Es zählt der anliegende Ring.

Angemessene Sportkleidung (kein Camouflage) und geschlossene Schuhe sind Pflicht.

Entfernungseinheiten für einen Kurs mit unbekannten Entfernungen:

Zahl der Scheiben,
gesamt 12
Durchmesser der Feldauflagen
in cm
Entfernungen in Metern    
    gelbe Pflöcke blaue Pflöcke rote Pflöcke
2 oder 4 20 5-10 5-10 10-15
2 oder 4 40 10-15 10-20 15-25
2 oder 4 60 15-25 15-30 20-35
2 oder 4 80 20-35 30-45 35-55

Entfernungseinheiten für einen Kurs mit bekannten Entfernungen:

Zahl der Scheiben,
gesamt 12
Durchmesser der Feldauflagen
in cm
Entfernungen in Metern    
    gelbe Pflöcke blaue Pflöcke rote Pflöcke
3 20 5,10,15 5,10,15 10,15,20
3 40 10,15,20 15,20,25 20,25,30
3 60 20,25,30 30,35,40 35,40,45
3 80 30,35,40 40,45,50 50,55,60

Zugelassene Bogenklassen:

Blankbogen, Recurve, Compound (in den verwendeten Visieren ist nur ein Zielpunkt zulässig).

Bis Gauebene auch Langbogen und Instinktivbogen (nach WA-Regelung).

Wer schießt von welchem Pflock ?

Klasse gelbe Pflöcke blaue Pflöcke rote Pflöcke
Schüler alle    
Jugend Blank
nur bis Gauebene: Lang, Instinktiv
Recurve/Compound  
Alle anderen     Recurve/Compound

Anordnung und Zuordnung der Auflagen zum jeweiligen Schützen

60er und 80 Auflage:

sind alleine auf der Scheibe. Alle Schützen schießen auf diese Auflage.

40er und 3er Spot Auflagen:

jeweils 4 pro Scheibe. Jeder Schütze beschießt eine Auflage alleine.

40er:
Die beiden Auflagen oben durch die ersten beiden Schützen, die beiden Auflagen unten durch die letzten beiden Schützen. Der Schütze links vom Pflock die Linke, der Schütze rechts vom Pflock die Rechte.

20er:
4 3er-Spots hängen senkrecht nebeneinander und sind von links nach rechts durchnummeriert.
Der erste Schütze der links schießt nimmt Auflage 1, der erste Schütze der rechts schießt nimmt Auflage 3.

Der zweite Schütze der links schießt nimmt Auflage 2, der zweite Schütze der rechts schießt nimmt Auflage Nr 4.

Weiteres

Ein Pfeil gilt als nicht geschossen wenn es kein Abpraller (von der Scheibe) ist und er vom Schützen mit seinem Bogen erreicht werden kann, ohne dass der Schütze seine Fuß-Position an der Schießlinie ändert.

Beispiel: Der Pfeil fällt dem Schützen beim Einnocken oder beim Lösevorgang (Nockenbruch, Leerschuss o. ä.) herunter und liegt vor ihm auf dem Boden. Der Schütze kann den Pfeil mit seinem Bogen noch berühren.

Startnummern auf dem Köcher sind zulässig.

Ferngläser ohne die Möglichkeit einer Entfernungsmessung sind zu jeder Zeit zulässig.

Detaillierte, weitere „Feinheiten“ können der Sportordnung Bogen  und der Field Archery Guideline der WA entnommen werden.

alle Angaben ohne Gewähr !